Fragen & Antworten

Wissensdurst ist gut fürs Hirn und schont die Leber.

Deshalb haben wir einige Fragen unserer Kunden nebst unseren Antworten hier für Sie bereitgestellt. Wir hoffen, dass diese Ihnen eventuell auch auf Ihre Fragen etwas weiterhelfen können.
Wollten Sie eigentlich etwas ganz anderes wissen? Dann schicken Sie uns doch Ihre ganz eigenen Fragen per Mail (post@lehmfarben-shop.de) oder telefonisch unter 03671 5278434.


Frage: Zum Thema Grundierung. Zurzeit sind Vliestapeten an den Wänden, die entfernt werden. Die Wände bestehen, soweit bekannt, aus Haftputz. Außerdem verzichten wir soweit möglich auf tierische Produkte. Welche Grundierung ist ohne tierische Bestandteile und für unsere Wände angebracht?

Antwort: Als Haftgrund benötigen Sie eventuell gar keine Grundierung. Es würde reichen, einmal mit dünner gerührter Lehmfarbe vorzuarbeiten. Sollte der Untergrund aber zu inhomogen durch Materialwechsel sein, könnte es zu Fleckenbildung in der ausgetrockneten Farbschicht kommen. Dann würde ich NOG 2 als Grundierung empfehlen. Diese enthält allerdings Acryl (100% Formaldehydfrei). Ist ja immer eine Ansichtssache ob es Sinn macht, die tierischen Produkte gegen Petrolchemie einzutauschen oder aber beides nicht nimmt und dafür lieber optische Nachteile in Kauf nimmt. Kaseine verwenden wir generell nicht in unseren Produkten, worauf wohl Ihre Frage auch abzielt.

Frage: Wir haben letztes Jahr ein Zimmer mit Lehmfarbe Weiß der Firma xxxxxx gestrichen. Da ich auch gerne farbige Wände hätte und die Fertigfarben im Baumarkt nicht kaufen möchte, sind wir auf Ihre Seite gestoßen. Kann ich die Pulver von Ihnen in die xxxxxxxx-Farbe mischen? Welche wären am Besten? Ansonsten wüsste ich gerne, ob ich Ihre Produkte untereinander mischen kann, weil ich keine knalligen Volltöne an den Wänden mag.

Antwort: Mit endgültiger Sicherheit kann ich Ihnen kein Ja zur Mischbarkeit mit xxxxxx-Farbe geben. Ich vermute, dass es funktioniert, aber Sie sollten (vielleicht mit Hilfe eines Probiersets) zur Sicherheit einen eigenen Test durchführen. Ist die vorhandene Farbe schon flüssig, dann macht es sich besser, unsere Farbe vorab separat mit Wasser anzurühren und dann erst zu Ihrem Produkt zuzumischen. Grundsätzlich eignen sich alle Lehmfarben gleichermaßen zum Zumischen zu Weiß (LF Gänseblümchen / Malve) als auch zum untereinander Mischen. Auch verschiedene Serien können miteinander gemischt werden. Wer Erfahrungen mit dem Mischen von Farbtönen aus Primärfarben hat, kann auch mit den LFA-Abtönfarben arbeiten. Diese sind farbstärker und man benötigt nur wenige Grundfarben um seinen im Endeffekt gewünschten Farbton zu kreieren.

* der Name des anderen Herstellers wurde aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ge-ixelt

Frage: Ich möchte die Wand 2 mal streichen, wie lange muß ich bis zum 2. Anstrich warten?

Antwort: Vor dem 2. Anstrich muß der 1. Anstrich völlig durchgetrocknet sein. Da dies aber ohne chem. Abbindeprozesse nur durch Feuchteverdunstung passiert, kann ich dazu keine genaueren Zeitangaben machen. Je nach Umgebungsklima, Temperatur, Farbschichtdicke und Untergrund kann sich dieser Vorgang von 2h bis zu einem ganzen Tag erstrecken. Also verfahren Sie am besten nach Sicht. Der gesamte Anstrich sollte homogen fleckenfrei stumpf und aufgehellt (gegenüber der Nassfärbung) erscheinen. Zur Sicherheit können Sie auch leicht mit der Hand darüber wischen. Ist der Anstrich noch nicht durchgetrocknet, wird er etwas abfärben. Oder Sie gehen auf Nummer sicher und streichen frühestens nach 24h ein 2. mal darüber.

Frage: Wir haben unser Haus mit Lehmunterputz ausgestattet. Die Fläche beträgt 300 m2. Können wir darüber Lehmstreichputz nehmen und wie viel benötigen wir dafür?

Antwort: Lehmstreichputz eignet sich als direkter Anstrich auf Lehmunterputz sehr gut. Sollte Ihr Lehmunterputz eine gröbere Oberfläche aufweisen wird die Struktur vom Lehmstreichputz etwas gefüllt und weicher erscheinen, jedoch nicht völlig geglättet. Wenn ein Erscheinungsbild wie beschrieben erzielt werden soll, würde ich denken, dass Sie ca. 77kg (11Tüten je 7kg) Lehmstreichputz benötigen. Der Verbrauch auf feiner geriebenen Untergründen würde etwas geringer ausfallen (so ca.63-70kg)

Frage: Ich möchte gern Raufaser mit diesen Farben behandeln, habe ich es richtig verstanden, dass diese Farben nicht wischfest sind, bzw., wie kann man dies auf Naturbasis abändern? Muss die Tapete vorbehandelt werden, neuer Tapetengrund vorhanden. Sind diese Anstriche schimmelabweisend, da ich es so verstanden habe, dass die Raumluft reguliert wird? Oder muss ich etwas anderes beachten, um eine samtige Oberfläche zu erhalten?

Antwort: Unsere Farben sind nicht naßwischfest aber sie reiben sich bei Berührung mit Hand oder Kleidung etc. nicht ab. So empfindlich wie Leimfarbe- oder Löschkalkanstriche ist die Lehmfarbenvariante also nicht. Sollte dennoch mehr Widerstandsfähigkeit gewünscht sein, kann mit unserer Wachsseife WS1 nachgestrichen oder gespachtelt werden. Wenn gewünscht kann als letzte Schicht noch SW1 (unser Streichwachs) aufgetragen werden. Diese Schicht ließe sich z.B. für ein edleres Erscheinungsbild seidenmatt aufpolieren. Die Tapete muss nicht vorbehandelt werden, aber es empfiehlt sich ein Probeversuch um ausreichende Haftfestigkeit der Tapete an sich, sicher zu stellen. Weiterhin würde ich bei Rauhfaser empfehlen, 2 Lagen mit Malerrolle aufzutragen, da mit dieser Methode die Aufwerfungen der Rauhfaser einfach schneller abgedeckt werden.

Die Anstriche minimieren die Schimmelgefahr in sofern, das sie gut diffundierende Untergründe, wie Kalk, Lehm oder Silikat nicht durch Versiegeln unwirksam machen. Hat man bauphysikalisch schlechtere Untergründe, wie hochfeste Zementputze oder Gipsprodukte, kann die dünne Lehmfarbschicht in diesem Punkt leider auch keine Wunder bewirken. Um dann wieder einen positiven Effekt zu erzielen, bräuchte man mehr Schichtdicke (3-5mm). Diese erzielt man zum Beispiel durch 2-lagiges Spachteln von Lehmfarbe oder Streichputz. Um eine besonders samtige Wirkung zu erzielen, können Sie die Farbe, wenn Sie schon leicht antrocknet mit dem Flächenstreicher kreisförmig "einmassieren". Dies erzeugt eine leichte farbliche Nuancierung der Oberfläche, besonders bei Streiflicht. Aber auch hier rate ich zu etwas Geduld und ein zwei Vorversuchen.

Frage: Ich renoviere gerade eines meiner Badezimmer und überlege wie ich die Decke gestalte. Fermacell Gipsfaserplatte ist als Decke gegeben. Nun schwanke ich zwischen Kalkfarbe und evt. Eurer Lehmfarbe oder dem Lehmstreichputz. Da ich durch Altbau „nur“ ca. 2.30m Deckenhöhe habe, kann es also im Bereich der Dusche schon mal passieren, dass die Decke Wasser abbekommt, Wasserdampf ja eh. Könnte Eure Farbe das ab oder doch besser Kalk?

Antwort: Das kommt ein wenig auf das Nutzungsverhalten an. Also, sowohl Kalkfarbe (ohne Zusätze) als auch Lehmfarbe kann durch Spritzwasser fleckig werden. Ablösungen sind bei Lehmfarbe zu erwarten, wenn Wasser direkt dran runter läuft. Wasserdampf schadet aber weder der Lehmfarbe noch der Kalkfarbe. Also, falls Du viel Spritzwasser erwartest, würde ich weder Kalk- noch Lehm- sondern Silikatfarbe vorziehen. Das Diffusionsverhalten entspricht dem der Kalkfarbe und sie hat im Vergleich die robusteste Oberfläche. Legst Du Wert auf eine zeitliche Minimierung der Kondenswassererscheinungen auf Spiegel, Fliese, Scheiben usw., würde ich Lehmstreichputz gespachtelt oder doppelt dick gestrichen empfehlen. So erzielst Du ein gewisses Feuchteausgleichsverhalten der nicht versiegelten Flächen. Eine Lehmfarbschicht wäre in diesem Fall zu dünn um eine messbare Wirkung erzielen zu können. Falls Du auf die Idee kommst, die gefährdeten Flächen mit Lehmfarbe zu streichen und mit Streichwachs zu schützen- tue es nicht. Alle ökologischen Schutzbeschichtungen können (da diffusionsoffen) zwar vor Wasser schützen, aber Seifenwasser durchdringt die Schicht sofort.

Frage: Ich ziehe demnächst um und möchte gerne Lehmfarben verwenden, um die chemischen Zusätze in herkömmlicher Wandfarbe zu vermeiden. In der Wohnung finde ich drei verschiedene Oberflächen vor und hätte gerne eine Auskunft, ob ich diese direkt mit Lehmfarbe streichen kann oder ob die die Oberflächen irgendwie vorbereiten muss.

1. Die Decken wurden mit herkömmlicher Wandfarbe weiß gestrichen. Muss diese abgespachtelt werden oder kann die Lehmfarbe einfach darauf gestrichen werden?

2. Die Wände sind teilweise nur tapeziert ohne gestrichen zu sein. Vom Muster her wäre ein direkter Anstrich möglich. Muss die Tapete entfernt werden oder kann die Lehmfarbe einfach darauf gestrichen werden?

3. Die Wände sind teilweise mit Rauhfasertapete versehen und weiß gestrichen. Muss die Tapete entfernt werden oder kann die Lehmfarbe einfach darauf gestrichen werden?

Antwort: Prinzipiell haften die Lehmfarben auf allen Ihren beschriebenen Untergründen ohne spezielle Vorbehandlung. Die Haftung der Untergründe selbst kann ich jedoch nicht beurteilen. Eventuell könnten sich die Nähte der Tapete anheben oder es entstehen Blasen in der Tapete durch zu magere Verklebung. Probefelder von ca. 1m² vorab gestrichen wäre zur Beurteilung der Untergründe ratsam. Kleiner Trost, zeigt die Tapete Ablösungserscheinungen, dann ist vermutlich auch das Entfernen der Tapete vorab ohne großen Aufwand möglich. Zum Beschichten der Rauhfasertapete würde ich das Auftragen der Farbe mittels Rolle empfehlen, da sich mit Pinseltechnik die aufgeworfene Struktur schwieriger abdeckt. Ein Problem, könnte noch entstehen, wenn die Untergründe mit abwaschbarer Farbe beschichtet sind (Leim-Kreidefarbe). In diesem seltenen Fall sollte man die Farbe vorzugsweise mit einem Fliesenwaschset vorab abwaschen.

Frage: Ist es möglich Ihre Lehmstreichputze auf OSB-Platten aufzubringen? Mit welcher Grundierung ist vorzustreichen?

Antwort: Grundsätzlich ist es möglich auf OSB-Platten Lehmfarbe oder Streichputz aufzubringen. Jedoch gibt es verschiedene Hersteller dieser Platten und somit auch unterschiedliche Endversiegelungen. Bei einer (Baumarktprodukt) Variante, die etwas ölig roch, hatten wir bei unseren Testversuchen das Problem, dass die Farbe intensiv "einmassiert" werden musste, da sie zum Abperlen neigte. Die ausgetrocknete Schicht hatte dann aber ausreichend Haftungseigenschaften.

Diesbezügliche Unterschiede gibt es auch beim Thema Grundierung. Die meisten Fabrikate lassen sich ohne Grundierung beschichten. Es kann aber bei einigen Produkten durch Durchschlagen von Harzbestandteilen zu Lasureffekten kommen. Man erkennt dann die Holzstruktur durch die Farbe hindurch. Dies kann ganz reizvoll sein, aber ist dies nicht gewünscht, kann mit NOG I (1:1 mit Wasser verdünnt) vorgestrichen werden. Fazit: Grundsätzlich funktioniert es, aber ein Vorversuch ist immer anzuraten.

Frage: Ich möchte ein Zimmer renovieren, was heute mit einem Kalkputz (2-lagig) versehen ist und dazu Ihren Lehmstreichputz verwenden. Die Oberfläche des Putzes ist feinporig, allerdings gibt es "Flickstellen" und einen Bereich, wo wg. Neuinstallation von Kabeln ein Haftputz aufgebracht wurde. Kann ich den Lehmstreichputz wie die Lehmfarben mischen? Ihr Muster auf der Startseite oben rechts fasziniert mich. Die Farbkombination passt haargenau zum Fußboden Esche und einer Kaminecke mit terrakottafarbenen Fliesen. Wie sieht es mit der Kaschierung der Flickstellen aus, wenn ich mit einem Pinsel aufbringe und eine gewisse Struktur einbringe? Oder reicht es sogar aus, nur Lehmfarben zu verwenden?

Antwort: Da ich die beschriebenen Flickstellen nicht per Auge beurteilen kann, ist eine Aussage dazu natürlich schwierig. Generell kann sowohl Streichputz als auch Lehmfarbe pastös per Kelle oder Pinsel aufgetragen und strukturiert werden, um solche Stellen optisch zu kaschieren. Da der Streichputz einen etwas gröberen Gefügeaufbau hat, verträgt er noch etwas mehr Schichtdicke ohne Risse zu bilden. Eine gute Methode wäre auch ein Vorspachteln mit Lehmstreichputz, um darauffolgend Lehmfarbe oder Lehmstreichputz als Deckschicht in ähnlichem oder gleichem Farbton aufzubringen. So, wie Sie es beschreiben, könnte allerdings noch ein 2. Problem auftreten.

Alle abgebundenen Putze enthalten trotzdem Restmengen von nicht chem. gebundenem Bindemittel (Kalk, Zement, Gips...). Diese können sich bei Feuchte lösen, die aufgetragenen Farbschichten durchwandern und das Erscheinungsbild minimal beeinflussen. Eigentlich ist das kein Problem, jedoch bei unterschiedlichen Untergründen wird auch die fertige Oberfläche dadurch unterschiedlich beeinflusst. So kann es bei "geflickten" Untergründen dazu führen, dass sich eben jene "Flickstellen" nach Austrocknung der Farbe auf der Oberfläche abzeichnen. Abhilfe würde hier eine Grundierung schaffen. Zur Beurteilung Ihrer Herangehensweise, würde ich Ihnen generell empfehlen, ein paar der kritischen Stellen mit einem Probeversuch zu beschichten.

Frage: Würden Sie bei neuem Lehmputz mit NOG2 vorarbeiten oder gleich streichen? Dann würde mich noch der Unterschied zwischen Lehmfarbe und Lehmstreichputz interessieren … ist das „nur“ eine dickere Lehmfarbe oder ist da ein Materialunterschied?

Antwort: Auf neuem, durchgetrocknetem, oberflächenstabilem Lehmputz kann direkt mit Lehmfarbe gestrichen werden. Es empfiehlt sich jedoch ein Vor- und Deckanstrich. Alle anderen Varianten würden die raumklimatischen Eigenschaften des Lehmuntergrundes mehr oder weniger beeinträchtigen. Wäre doch schade drum. Lehmstreichputz ist in der mineralischen Substanz etwas gröber (0-0,3mm) als Lehmfarbe. Dies ist von Vorteil, wenn z.B. raue Untergründe homogen verschlämmt werden sollen oder über 3mm Auftragsstärke aufgebracht werde. Die Oberfläche ist leicht rau-samtig. Lehmfarbe wirkt in der Oberfläche etwas glatter. Grundsätzlich können aber Farbe und Streichputz pastöser (zum spachteln) oder flüssiger (zum streichen oder rollen) angemischt und verarbeitet werden.

Frage: Ich habe zum Untergrund für Lehmputz eine Frage, kann ich den Putz nach dem Aufbringen Ihres Haftgrundes auf eine Glasfasertapete auftragen. Die Tapete ist mit Dispersionskleber fest mit dem Untergrund verbunden und hat auch schon mehrere Farbschichten Dispersionsfarbe.

Antwort: Das Aufstreichen des Lehmstreichputzes auf Glasfasertapete stellt kein besonderes Problem dar. Wenn, wie Sie schreiben, der Untergrund aus Dispersionsfarbe besteht und die Tapete wasserfest verklebt ist, könnten Sie auch auf die Grundierung komplett verzichten.

Frage: Verstehe ich es richtig, dass man NOG2 aus NOG1 herstellen kann? Da wir größere Flächen Lehmputz streichen/spachteln wollen, wäre das für uns interessant.

Antwort: Leider verhält es sich anders mit NOG1 und NOG2. NOG1 ist eine pulvrige mit Wasser anrührbare Grundierung mit rein natürlicher Zusammensetzung zur Homogenisierung von Mischuntergründen mit unterschiedlichem Saugverhalten. Auch leicht rieselnde Bestandteile oder Staub können damit vorab gebunden werden um die Haftung zu gewährleisten. NOG2 ist eine flüssige, wasserverdünnbare silikatbasierende Grundierung mit ca. 7% formaldehydfreiem Acrylanteil. Diese Grundierung weist zusätzlich eine stärkere verfestigende Tiefenwirkung sowie eine gewisse Absperrwirkung gegen durchschlagende fleckenbildende Untergrundmaterialien auf. Beide Grundierungen sind sehr diffusionsoffen. Grundsätzlich ist es aber nicht bei jedem Untergrund nötig, überhaupt zu grundieren. Ein Voranstrich mit dünner Lehmfarbe reicht oftmals aus.

Frage: Wie hoch ist denn der Lehm - Anteil in den Farben?

Antwort: Lehm ist die Bezeichnung für das vorgefundene Mischprodukt bestehend aus Ton, Sanden und Eisenoxydbestandteilen. Der prozentuale Lehmanteil in kg z.B. beim Farbton Weizen liegt bei 85 %. Davon sind ca. 65% Tonkristalle und 20% Gesteinsmehle und Sande. Dazu kommen noch 10 % Mineralpigmente (z.B. Eisenoxid). Die Farben Malve, Maus, Sand, werden gänzlich ohne Pigmentzusatz hergestellt. Dadurch steigert sich der Lehmanteil hier rechnerisch auf ca. 90%.

Die Farbe Gänseblümchen beinhaltet Kaolin (Porzellanton) als Tonbestandteil, der unter allen verwendeten Tonen das leichteste Schüttgewicht hat. Da die Farbe in Volumenteilen gemischt wird, verringert sich somit der prozentuale Gewichtsanteil des Lehmes auf ca. 75%. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen. Man kann hier leider nur tendenzielle Angaben machen, da jede Farbe etwas verschiedene Werte hat. Da es sich um rein natürliche Rohstoffe handelt, variieren diese Werte auch je nach Charge in ein und demselben Farbton ein wenig.

Frage: Was ist NOG 2? Ist das eine Kaseingrundierung, oder ein Lithiumwasserglas, oder…. ?

Antwort: Es handelt sich bei NOG 2 um eine Kieselsäuredispersion (ähnlich einem Lithium oder Kaliwasserglas) modifiziert mit formaldehydfreiem Reinacrylat. Mit Kaseinprodukten können Bestandteile aus dem Untergrund gelöst werden. Diese wandern in die Grundierung. Da Kasein aber nur bedingt wasserfest abbindet, sind diese Bestandteile dann auch in der Grundierung nicht fest gebunden. Somit besteht die Gefahr von Fleckenbildung auf der Deckfarbe. Aus diesem Grund gibt es bei uns keine Kaseingrundierungen. Ein rein ökologisches Produkt stellt NOG 1 dar. Es ist aber nicht in der Lage Untergründe tief zu festigen und Wasserflecken oder sonstiges abzusperren.

Frage: Leider hab ich so gar keine Ahnung und frag einfach mal blöd - warum ist ihre Farbe so günstig im Vergleich zu den bekannten Marken? Mir wurde nun gesagt, dass bei den billigen Farben dann doch Chemikalien beigemischt sind....?? Ich möchte Ihnen keineswegs auf die Füße treten sondern mir lediglich etwas Verständnis verschaffen was ich kaufe....

Antwort: Hallo, tja, interessant. Wer behauptet denn so was? Ein Hersteller oder ein Händler der teureren Farben? Mir persönlich erscheint die "Ökobranche" und deren Konsumenten an manchen Stellen oft viel zu elitär. Irgendwie wird der eigentliche ökologische Gedanke doch ad absurdum geführt, wenn sich die Produkte mehr als Status oder Alibi für die neureichen ehemaligen Revoluzzer eignen, aber als Ottonormalo sie sich kaum mehr einer leisten kann. Auwei, habe mich wohl doch ein wenig auf die Füße getreten gefühlt, hoffe aber sehr, Ihnen geht es jetzt nicht genauso.

Nun aber zu Ihrer Frage: Meine Farben bestehen aus farbigen Tonen, Sand, Gesteinsmehl, Zellulose, Stärke und Mineralpigmenten. Sonst nichts! Im Gegensatz zu vielen teureren Marken, die gebrauchsfertig im Eimer anbieten, benötige ich sogar 0,0000000% Konservierungsstoffe. Die Pigmente sind industriell hergestellte Pigmente auf metallischer Basis mit höchsten Lichtechtheiten. Die chemischen Verbindungen hierbei sind aber dieselben, die in natürlichen Erdfarben auch vorkommen, z.B. Eisenoxide in den bekannten französischen Ockergruben. Der Begriff Chemie ist sehr dehnbar und ebenso ob Sie das dann als chem. Komponente sehen oder nicht. Titandioxid (chlorfrei gebleicht) ist unserer Lehmfarbe Gänseblümchen für eine höhere Deck und Weißkraft zugesetzt. Dasselbe Produkt befindet sich z.B. auch in Zahnpasten (auch z. T. in ökologischen). Die Verwendung solcher Produkte erscheint mir eigentlich der Ressourcen schonendere Weg zu sein, da die Transportwege geringer sind, kein Raubbau und Zerstörung an den wenigen Fundstellen unterstützt wird. Die Farben sind brillanter und können so in geringeren Mengen zugeführt werden. Im Endeffekt ist diese Variante natürlich auch billiger, was den Endpreis des Produktes dann wiederum positiv beeinflusst. Aber, die allermeisten Lehmfarbhersteller machen dies nicht anders. Weitere Preis mindernde Faktoren sind z.B., dass ich nur über einen selbst aufgesetzten Internetshop vertreibe. Vertreter oder Händlerprovisionen gibt es nicht.

Ich kalkuliere nach Betriebs-, Arbeits- und Materialkosten und nicht nach Marktpreis. Die Produktionskosten halten wir sehr schlank, haben dafür aber kein prestigeträchtiges Vorzeigeproduktionsgebäude.Material wird nur in geringen Mengen vorgehalten, da immer nur produziert wird, was am Vortag bestellt wurde. Werbung betreiben wir nur insofern, dass ich Workshops veranstalte oder auf Regionalmessen unsere Produkte präsentiert werden. Geld für Anzeigenkampagnen wird nicht ausgegeben. Wir setzen auf langsames Wachstum durch Weiterempfehlungen. Das wiederum erspart uns teure Kredite, die im Endeffekt nur zum Akquirieren dienen. Weiter werden durch den Vertrieb der Farbe als Pulver folgende Vorteile erzielt: Die Verpackung ist kostengünstiger, da eine Plastiktüte in einem rechteckigem Packet weitaus weniger kostet, als ein schwerer Plastikeimer. Warum sollen wir das Wasser welches jeder auch zu Hause hat, teuer versenden. Und wie schon erwähnt, die Farbe ist in Pulverform ewig haltbar und bedarf keiner konservierenden Zusatzstoffe. Wir finden das ökologisch, rechnerisch sinnvoller. Der Nachteil ist natürlich etwas Mehraufwand für die Verbraucher und sicher wird der eine oder andere deswegen ein anderes Produkt bevorzugen. Aber wie schon Luther sagte "sei’s drum".

Verpackung und Versand sind natürlich ein hoher Kostenfaktor, den wir absenken, in dem wir nicht beim schnellste Paketdienst (insofern nicht gestreikt wird) versenden, da hier nach Gewicht berechnet wird und nicht nach Verpackungsgröße. Ca. 30% unserer Verpackungsmaterialien bestehen aus gebrauchten Kartonagen. Und, wir haben uns bewusst gegen Papiertüten entschieden, da das Risiko von Beschädigungen und Verlusten hier extrem hoch wäre und die Verpackung an sich sehr teuer. Ich belasse es erst mal dabei und hoffe, ich konnte Ihnen etwas Klarheit verschaffen und habe nicht zu viel neben dem Thema hergeschwafelt.

Frage: ich habe eine frage betreffend beimengung von kaliwasserglas zu Ihren lehmfarben. ich möchte einen teil meiner innenraumwände gern weiterhin mit lehmfarben farbig gestalten. allerdings sind mir die entstehenden oberflächen zu stumpf und lichtschluckend. insbesondere betrifft das die wandbereiche, die kaum direkte sonnenlichteinstrahlung abbekommen.

um eine etwas reflektierendere und damit mattglänzendere oberfläche zu erhalten, die die farben ein wenig leuchtender erscheinen läßt, wäre theoretisch eine beimengung von kaliwasserglas möglich. ist das bei Ihren farben auch möglich? ich dachte konkret an grüntöne wie moos oder limone.

Antwort: Es hat so seine Schwierigkeiten mit dem Untermischen von Silikat bzw. Wasserglas. Die Tonminerale und auch Eisenoxidpigmente reagieren mit Silikaten und fördern ein sehr schnelles Abbinden dieser. Dies kann unter Umständen schon beim Anrühren passieren.

Die Farbe wird dann krümelig und ist nicht mehr zu gebrauchen. Auch aus diesem Grunde sind z.B. den fertigen Silikatfarben im Baumarkt immer mindestens 10% Acryl beigemengt.

Weiterhin bindet Wasserglas mit Kalk und kalkähnlichen chem. Verbindungen oft unter Bildung weißer Schleier an der Farboberfläche ab. Auch dagegen kann eine Acrylzugabe helfen.

Acryl ist ein Kunststoff und minimiert auch das gute Feuchteausgleichsverhalten der Farbe etwas (bei geringer Zugabe aber auch nur gering). Und immerhin, es gibt auch zu 100%-Formaldehydfreie Produkte.

Ich kann Ihnen also nur zum Testen auf einer kleinen Fläche raten, da die Reaktionen je nach Produkt und Umgebungsparameter recht unterschiedlich ausfallen können. Eventuell könnten Sie auch erst die Farbe pur streichen und danach mit Silikat überlasieren. Dann kann zumindest nichts zu schnell reagieren.

Unsere NOG II Grundierung besteht übrigens aus Silikat unter Zugabe von 7% formaldehydfreiem Acryl. Wir haben das auch schon erfolgreich in Bezug auf Erhöhung der Spritzwasserbeständigkeit getestet (aber eben noch nicht in Verbindung mit Grüntönen).

Auch unser Streichwachs SW1 kann als Lasur die Farben etwas "befeuern".

Sooo, ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen. Und, bei weiteren Fragen, einfach weiter fragen.

Frage: In meinem alten Haus arbeite ich mit Lehm- und Kalkputz. Auf die Wände würde gerne teilweise farbige Motive (Bäume, Schmetterling, Pflanzen o. ä.) aufmalen.

Welche Lehmpigmente wären hier vorstellbar?

Antwort: Sie schrieben ja Kalkputz. Also auf noch frischen weißen Kalkputz könnten Sie in unsere Wachsseife (WS1) Pigmente einmischen und darauf vermahlen. Diese Schicht verbindet sich dann chemisch mit dem Untergrund und sie haben dann so etwas wie eine Freskomalerei. Ist natürlich eine eher schwierige Angelegenheit, da wenig Zeitrahmen für die Ausführung zur Verfügung steht.

Dann weiß ich nicht, wie filigran ihnen Ihre Bilder vorschweben. Unsere Lehmfarben sind in Ihrer Substanz gröber als die Variante mit reinem Pigment und Streichwachs, lässt sich also für diesen Fall auch schwieriger verarbeiten. Zumindest sollten Künstlerpinsel mit stabiler Spitze verwendet werden.

Unsere Lehmstreichputze (LSP) sind noch etwas gröber in ihrer Struktur und eignen sich eher zum Schablonieren oder für reliefartigen Auftrag, aber eher weniger zum Malen.

Und zu aller guter Letzt- alle Farben mit der Bezeichnung LF am Anfang lassen sich auch untereinander mischen.

So, dann wünsch ich einen schönen Tag und irgendwann viele schöne Bilder an Ihren Wänden.

Frage: Ist 1 kg Lehmfarbe für 0,75 Liter Wasser? Und dann habe ich +/- 1,5 Liter Farbe? Und wenn ich es dünner oder wässeriger möchte, ist das ok.

Antwort: 1kg Lehmfarbe + 0,75Liter Wasser ist zum spachteln geeignet. Soll gestrichen werden, kann auch gleich 1Liter Wasser mit 1kg Farbe vermischt werden. Du kannst auch gern noch etwas Wasser zugeben, wenn Du die Farbe wässriger haben möchtest. Es schadet der Farbe nichts.

Nach dem Vermischen hast Du ca. auch 1Liter Farbe. Das reicht ca. für 5m² auf groben Untergründen, für ca. 7m² auf Untergründen mit Reibeputz und für ca. 9m² auf sehr glatten Untergründen.

Frage: Ich soll ein Treppenhaus renovieren das mit Nut und Federbrettern verschalt ist. Meine Frage: Kann ich da Lehmfarbe verwenden geht das auf Holz? Muss der Untergrund vorbehandelt werden? Grundierung? Reicht da ein Anstrich?

Antwort: Was die Haftung angeht, funktioniert das sehr gut, da Lehm (bzw. die Tonkristalle) sich sehr elastisch auf der Oberfläche "verkrallen" und das "Arbeiten" des Holzes ohne Probleme mitmacht.

Rein optisch kann sich aber die Maserung und Astlöcher auf dem getrockneten Anstrich abzeichnen. Die Wirkung ist dann ähnlich einer halbdeckenden matten Holzlasur. Sollte dies nicht erwünscht sein, sollte mit einer Grundierung für Holzlacke auf Wasserbasis vorgestrichen werden. Leider haben wir ein solches Produkt noch nicht im Programm, aber sollte ja in jedem besseren Baumarkt erhältlich sein.

Frage: Wir haben nach einigen Recherchen im Internet sehr günstige Lehmfarben bei Ihnen gefunden und gekauft. Laut Angabe der Inhaltsstoffe waren die Ingredienzien nicht bedenklich.

Nachdem wir jedoch eine Wand mit „Gänseblümchen weiß“ gestrichen haben, hat uns die Wirkung der Deckkraft doch sehr stutzig gemacht und zu weiteren Recherchen veranlasst. Erst auf Ihrer FAQ Seite haben wir erfahren, dass Sie auch Titannanopartikel in den Farbmischungen verwenden.

Das Thema der Nanopartikelnutzung ist trotz bekannter gefährdender Potenziale (siehe beispielsweise – dieser Link wurde von unserer Redaktion entfernt -) umstritten, aber weder der Gesetzgeber noch die Medizin haben sich dazu eindeutig positioniert, daher darf man dazu geteilter Meinung sein.

Ihre Seite vermittelt eine ökologisch bewusste und verantwortungsvolle Einstellung und wirbt mit dem Satz: „In unserer Manufaktur stellen wir Lehmfarben und Lehmstreichputze auf natürlicher Grundlage her“. Das gibt Anlass zur Annahme, dass Sie keine umstrittenen Materialien anwenden.

Unsere Farbe ist jetzt an der Wand und ich werde sie nun mit einer Lehmfarbe ohne Nanopartikel überstreichen, damit die Stoffe gebunden bleiben und nicht durch Abrieb in die Lunge und damit in den Körper gelangen, wo sie nachweislich biokatalytische und genotoxische Wirkungen haben. Man kann sich darüber streiten wie schädlich das ist, aber leider nicht darüber, dass es dem menschlichen Körper nicht gut tut.

Wir haben noch weitere Farben von Ihnen bestellt. Zu diesen bitten wir Sie uns ein vollständiges Datenblatt mit Inhaltstoffen zu schicken.

Lehmfarben: Lilie, Pfirsich, Mais, Lehmabtönfarbe Reifgrün

Ich nehme unsere Erkenntnis zum Anlass dazu, Sie auf die Thematik aufmerksam zu machen und für die Verbrauchersicht zu sensibilisieren, damit Sie und Ihre Kunden Missverständnisse vermeiden können. Ich hoffe Sie fassen meine Email richtig auf.

Antwort: Wir verwenden in unserem Weiß (LF-Gänseblümchen) Titandioxid als zusätzliches Weißpigment, welches seit 1961 industriell hergestellt wird. Wir verwenden eine aufgearbeitete Variante von natürlich vorkommendem Rutil, welche ohne Dünnsäureverfahren hergestellt wird.

TiO2 ist chemisch inert, für Lebensmittel zugelassen, wasserunlöslich und bis dato als ungiftig geltend. Außer in der Lebensmittelproduktion wird TiO2 auch in Zahnpasta, Kaugummis, Kosmetik und in so gut wie allen weißen, grauen und pastelligen Alltagsprodukten vor.

Laut Spezifikation wurde das von uns verwendete Produkt auf eine Feinheit von 50ym -90ym vermahlen. Es kann Fehlkornanteile bis 14ym enthalten. Umgerechnet wären das dann 14000 Nanometer. Die bisherige Einstufung von Nanoprodukten wird zwischen 1 bis 100 Nanometern festgeschrieben. Das sind die Prämissen, nach denen wir uns für dieses Pigment entschieden haben.

Dazu kommt natürlich auch die Wirtschaftlichkeit, da ich es nicht für zielführend erachte, Produkte her zu stellen, die letztlich nur noch in elitären Kreisen erschwinglich sind.

Für mich geht es nicht um die Gesundheit für einige wenige, die es sich leisten können. Es geht um Gesundheit UND Umwelt und Fairness. Daher spielen auch Transportwege, Verpackung und Produktionsbedingungen unserer Zuschlagstoffe eine große Rolle.

Und ganz ohne Kompromisse kommt man da nicht weiter. Keine Kompromisse machen, hieße - gar nichts machen! Auch, sämtliche mir bekannte Konkurrenzprodukte sind in dieser Hinsicht ähnlich oder sogar mit Zusätzen wie Kasein (Massentierhaltung), Konservierungsstoffen ect. aufgebaut.

Und so sehe ich es auch nicht als irreführend, unsere Produkte als "auf natürlicher Grundlage" hergestellt zu bezeichnen. Industriell aufbereitete oder hergestellte Pigmente zur Farbverstärkung der schon farbigen Tone verwenden wir, da es unseres Erachtens der ökologisch und moralisch kleinere Fußabdruck ist, den wir hier hinterlassen.

Man denke an Länder und Bedingungen in denen farbige Erden abgebaut werden und die Umweltschäden und Transportwege beim Abbau von z.B. Ocker (chemisch identisch mit Eisenoxid-gelb), der dann obendrein ja auch noch aufbereitet werden muss.

Als Alternative bieten wir übrigens "Maus, Malve (naturweiß), Sand" als pigmentfreie Farben an. In Kürze wird diese Produktlinie auf 7 Farbtöne unter dem Oberbegriff "Essenz" von uns angeboten.

Aber nun zurück zu Nano: Die hohe Deckkraft von Pigmentteilchen beruht nur zum Teil auf deren Feinheit. Es geht um den Brechungsindex der maßgeblich auch von der Oberflächenstruktur dieser gebrochenen Teilchen bestimmt wird. Und der ist bei TiO2 allgemein besonders hoch, weshalb es so oft verwendet wird.

Nanoteilchen aller Art würden sich zwischen die sich beim Trocknen ineinander verkrallenden Blättchen der Tonkristalle setzen. Somit wäre der Verbund zerstört und die Farbe würde stark kreiden. Außerdem sind Nanoprodukte sehr viel preisintensiver.

Auch aus diesen Gründen wäre es kontraproduktiv von uns, solche Produkte einzusetzen. Weshalb diese TiO2 ist eben nicht TiO2.

Wo habe ich eigentlich geschrieben, Nanopartikel in meinen Farben zu verwenden? Soweit ich weiß, geht es wohl gerade darum, dass auch Partikelgrößen bis 300 Nanometer als Nanopartikel eingestuft werden sollen.

Sämtliche wissenschaftliche Tests zum Nachweis der Gefahren durch TiO2 wurden aber mit Teilchengrößen unter 100 Nanometer mit extrem hohen Konzentrationen durchgeführt. Schwierig.

Sicher muss man so vorgehen um eventuellen Gefahren schneller auf die Spur zu kommen, andererseits kann man mit solchen Methoden allein auch Haferflocken als eventuell lebensbedrohlich deklarieren. Auch Spenden finanzierte Umweltorganisationen (die wichtig sind und die ich auch sehr schätze) sind unter Druck "liefern" zu müssen.

Lässt sich nicht ändern, das sind die Mechanismen. Aber das sollte man im Hinterkopf haben, und wissen, dass die Differenzierung solcher Kampagnen die Aufmerksamkeit und Kraft nimmt. Das ist kein Vorwurf an irgendjemand, ich weiß nicht, wie ich selbst sowas angehen würde.

Eine einzelne große Sau lässt sich nun mal viel effektiver durchs Dorf jagen. Ein weiteres Problem dieser Nanodefinition entsteht aber auch, da die gesamte Palette feinteiliger Pulver einschl. natürlicher Mineralvorkommen nun dieser zugeordnet werden müsste. "Nano durch Zufall" kommt fast überall vor, auch wenn es sich nicht um Nanoprodukte im gewollten Sinne handelt. Soweit so gut, oder auch nicht.

Viele Grüße

Andreas Tietz

Frage: Ich bin gerade auf Ihre Website gestoßen und bin begeistert. Vielleicht kann ich Ihre Beratung in Anspruch nehmen. Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Hier etwas der Hintergrund erklärt: Ich lebe seit 10 Jahren in Sri Lanka. Es gibt hier keine Naturprodukte im Baubereich geschweige denn Lehmfarbe ;-( Nun habe ich ein Haus gebaut, welches innen mit normalem Zementmörtel verputzt ist. Außen wird dieser nochmal mit reinem dickflüssigem "Zementwasser" überzogen bzw. versiegelt und dadurch ist kein Anstrich mehr nötig.

Innen möchte ich gerne helle Wände und auch eine helle Decke allerdings ohne gesundheitsbedenkliche Materialien zu verwenden. Kalk und Gips sind hier in Sri Lanka günstig verfügbar. Allerdings weiß ich nicht wie ich mir selber Spachtelmasse oder Überputz herstellen kann bzw. was der richtige Weg sein könnte.

Normalerweise werden die Betondecke und die Wände verspachtelt aber ich kann leider nicht in Erfahrung bringen welche Inhaltsstoffe die Fertigputze (Pulverform) "xxxxxxxxx" bzw. "xxxxxxxxxx" haben und niemand will/kann Auskunft geben ob hier eventuell schädliche Substanzen enthalten sind. "Wallfiller" zum Vorgrundieren und die normalen Wandfarben hier sind höchstens mit geringen Belastungen von Schwermetallen und "low VOC" erhältlich. Genaue Konzentrationen eher schwammig.

Also ich würde gerne rumexperimentieren mit natürlichen Materialien, freue mich über grundlegende Tipps.

1. Am besten wäre es eine Spachtelmasse zu erzeugen, die bereits einen hellen Farbton hat und womit ich die Wände einfach Spachteln kann. Diese sollte langlebig sein, gut haften und abwischbar sein nach Möglichkeit. Ist das überhaupt möglich auf Zementputz? Muss ich Tiefengrund verwenden, reicht es einen Tiefengrund ohne Formaldehyd zu nehmen, oder können hier noch andere gefährliche Substanzen enthalten sein, die in Sri Lanka eventuell noch verwendet werden dürfen. Ich weiß das ist jetzt alles sehr unklar. Aber ich freue mich über jeden kleinen Hinweis.

2. Um die Betondecke zu verspachteln würde ich denken Gipsputz ist am einfachsten (da es gut haftet), was würden Sie sagen und haben Sie einen Hinweis welche Mischung da gut ist. Eventuell mit Kalk oder Zement. Was fällt Ihnen da ein?

3. Hätten Sie ein Rezept um Kalkfarbe oder Lehmfarbe herzustellen? Wie bestimme ich welcher Lehm geeignet ist. Ich denke dass Erde von Termitenhügeln gut sein könnte. Oder Ton aus dem hier Ziegel gebrannt werden. Da fehlt mir das Grundwissen.

Antwort: Hallohallo, vielleicht sollten wir den Gaul von hinten aufzäumen. Ich zähle Ihnen ein paar Produkte auf und Sie sagen mir welche davon bei Ihnen einfach verfügbar wären.

Also: Zucker , Magerquark oder Milch, Dextrin, Zellulose, Zellleim (z.B. Tapetenkleister), Sand oder Gesteinsmehl Marmor, Quarz, Granit ....egal), Ton (vom Töpfer?), Lehm, Kalk als Pulver, Löschkalk , Gips, Pflanzenfasern, Titanoxid (Weißpigment), Borax, Hirschhornsalz

Sooo, dann noch ein paar spontane Gedanken zu Ihrem Text.

Der Termitenhügel dürfte weniger geeignet sein, da er meiner Meinung nach zu viele organische Bestandteile enthält. Diese sind dann interessant für Kleinstlebewesen und Mikroorganismen, die sich dann da breit machen können und die Beschichtung nach und nach marodisieren könnten. Gips an sich zu verarbeiten ist Stress pur, da dieser viel zu schnell abbindet. Außerdem ist Gips fürs Raumklima nicht so der Bringer. Besser wäre eine Mischung aus 1 Volumenteil möglichst weißem Kalk + 2Teilen Putzsand. Der noch trockene Kalk kann vorab mit Gips (100g zu 1kg) modifiziert werden. So klebt die Mischung sehr gut bei der Verarbeitung und bindet schneller ab.

Tiefgrund wird bei Zementuntergründen nicht benötigt, es sei denn, Sie arbeiten doch mit Gips pur.

Stellt irgendjemand in Ihrer Nähe weiße Keramik (oder Porzellan) her? Dann benötigt er dazu Kaolinton. Kaolin wäre ein super Rohstoff zur Herstellung von Wandfarbe oder Feinspachtel.

Dann erst mal,

Viele Grüße Andreas Tietz

* der Name des anderen Herstellers wurde aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ge-ixelt

Frage: Hallo liebes "Lehmfarben und mehr" - Team, ich frage mich seit fast 7 Jahren, ob ich auf diesen harten Rauhputz im Zimmer meines Sohnes nicht einfach irgendwie Lehm raufpatschen könnte. Ich hab überhaupt keine Ahnung, bin einfach nur Zwillingsmama, und entdecke heute Eure dermaßen spannende Seite mit Shop und bin begeistert, was alles möglich scheint.

Kann ich auf diesen Rauhputz Euren Lehmstreichputz auftragen, so dass die Wände glatt werden? oder haftet das nicht? muss ich wirklich wieder son Zementzeug raufklatschen, wie mein Vater mir sagte?

Ich bin so gespannt auf die Antwort und hoffe, ich kann irgendwie auf natürliche Art die Wände glatt bekommen. Jetzt reißt die Haut blutig, wenn man an die Wand kommt.

Antwort: Hallo zurück und Neenee, immer hat der Papa auch nicht recht.

Aber ganz so einfach ist es eventuell doch nicht. Auf jeden Fall kann Lehmfarbe oder Streichputz aufgetragen werden und es haftet alles wunderbar, auch ohne Grundierung. Jedoch es handelt sich um Farbe, nicht um Putz. Ergo kann mit einer Schicht "Raufgepatschtem" die Struktur nur "weicher" formuliert , aber nicht völlig geglättet werden. Dazu müsste man wohl 3 Schichten übereinander arbeiten und jedes Mal zwischendurch alles trocknen lassen.

Allerdings, ich habe gerade einen Spachtel in Vorbereitung, mit dem man besser Untergründe füllen kann. Den gibt es allerdings nur in Sandfarben oder Altweiß. Und- streichen wird dann schwierig. Wenn man mit der Glättekelle Übung hat, funktioniert das Material aber sehr gut. Das Produkt ist auch noch nicht in unsere Seiten eingepflegt und kann vorerst nur per Mail oder Telefon bestellt werden.

Sooo, falls Sie oder die Zwillinge noch Fragen haben, bitte weiterfragen.

Frage: also Sandfarben und Altweiß mag ich sehr und auch überhaupt viele Dankeschöns für die Antwort...und ich habe insgesamt genau NULL Erfahrung mit der Glättekelle....das bedeutet, wenn ich den noch nicht eingepflegten in Vorbereitung seienden Spachtel "rankelle", dann könnte alles runterbröseln???? und wenn ich dagegen 3 Schichten ranbatsche und jede Schicht einzeln laaaaaange durchtrockenen lasse, dann könnte das vielleicht sogar dranbleiben????

Antwort: Guten Morgen und all sowas,

Nanööh, runterbröseln, wenn einmaldran, wird da nüschd bröseln. Wenn man den Fußboden vorher sauber auslegt, kann auch das beim Verarbeiten geflüchtete Material wieder aufgenommen und im 2. Versuch (oder im3. oder 4. ...) nochmals angekellt werden.

Das Problem ist eher das Oberflächenergebnis. Wenn allerdings gar keine Planebensuperglattoberfläche gewünscht ist, wird es schon etwas weniger problematisch.

Auf Rauputz streichen erfordert auch Geduld, da sich in den Vertiefungen einige Blasen bilden können, die dann beim Eintrocknen aufplatzen. Es bleiben dann Löcher im Anstrich und Verwunderung beim Ranpatscher, über seine offenbar schlechte Sicht beim Auftragen der Farbe.

Vielleicht gibt‘s jemanden zum Zeigen in der Nähe, der sowas schon mal gemacht hat. Der Vater oder so?

Grüße aus Saalfeld

Andreas Tietz

Resümee des Kunden: Einen sehr guten Morgen und noch mehr und der Vater hat 80 linke Hände und ich kenn keinen, der hier mit Lehm oder ähnlich Natürlichem sich beschäftigt.

Also eine Planebensuperglattoberfläche ist nicht erwünscht. Im Gegenteil! wenn die Wände dann eher so "selbstgemacht " wirken würden, würde ich mich sehr wohl fühlen. Meinem Sohn ist das alles Banane, er will nur Computerspielenalso geht es mir nur darum, das mein Erstlehrlingswerk nicht nach 3 Wochen wieder von den Wänden fällt und das mit den Blasen kann ich ja beobachten und dann mal ernste Gespräche mit den Blasen führen...

also jetzt mal ernst: ich werde mind. 3 Schichten Lehmputz (jede einzelne wirklich gut durchtrocknen lassen) auftragen und bestelle dafür bei Ihnen die ungefähre Menge...also geh ich mal die Wände ausmessen. Die Decke ist zum Glück okay, die ist nicht rau.

Geduld hab ich. Ich warte ja innerlich nun schon bald 7 Jahre auf eine für mich gute Lösung für diesen Rauputz, den ich selbst "glatter" bekomme und nicht eine Firma oder sowas...

Vielen lieben Dank für die mega-angenehme zum Lächeln bringende unkomplizierte Be-Rat-ung :)

Frage: Hallo, ich würde gerne wissen, ob Lehmputzfarbe auch für einen verputzten Ofen verwendet werden kann. Der Ofen kann bis zu 1000 Grad heiß werden, wobei die Schamotte und der Putz zwar heiß, aber nicht so heiß werden.

Antwort: Also, der Lehmstreichputz oder auch die Lehmfarbe übertreffen im Punkt Elastizität und Hitzeverträglichkeit alle anderen mineralischen Baustoffe, erst recht natürlich die Dispersionsprodukte.

Die geschilderten 1000° werden sicher nur im Flammenbild erreicht, insofern es sich um einen Grundofen oder ähnliches im Wohnbereich handelt. Diese reduzieren sich ja stark, denn sie verteilen sich dann auf die gesamte Außenfläche und gehen teilweise auch durch die Abgase mit verloren.

Also stellt es bei derartigen Öfen (am besten schon mit Lehmmörtel verputzt) kein Problem dar mit diesen Materialien zu arbeiten. Bei falschen Bauweisen oder falschen Materialien im Untergrund kann ich das natürlich nicht garantieren. Auch würde es Sinn machen, den Ofen vor der Endbeschichtung schon 2 -3 Mal hoch zu heizen, so dass sich eventuell auftretende Entspannungsrisse nicht gleich durch die neue Beschichtung ziehen.

Frage: Der Ofen ist nicht ganz neu, wurde aber auch noch nie gestrichen. Das soll jetzt nachgeholt werden. Muss wegen der Schmauchspuren irgendeine Grundierung drauf, oder kann ich Ihre Farbe so auftragen??

Antwort: Schmauchspuren sind leider schwierig. Zumindest bei den mir bekannten Mitteln verhält es sich so, das Ruß oder Nikotinflecken abgesperrt werden, das Material aber dann nicht unbedingt hitzeverträglich ist. Oder aber es handelt sich um ein silikatisches Produkt (wie unser NOG), welches zwar hitzebeständiger ist, aber nur Milderung verschafft, die Flecken aber nicht zu 100% binden kann.

Die beste Lösung wäre, Sie könnten diese entfernen. Z.B. feucht mit dem Schwamm herunterreiben. Haben Sie einen Kalkmörtel oder Kalkzement als Untergrund am besten mit Hilfe von Rußentferner aus dem Baumarkt, bei Lehmuntergrund könnten Sie vorsichtig nur mit Wasser etwas gelösten Mörtelfilm mit abtragen. Den Substanzverlust könnten Sie dann einfach durch 2 Farbschichten an betreffender Stelle wieder ausgleichen.

Andererseits, es ist bei normalen Schmauchspuren ein rein optisches Problem und keines, welches die Haftung vermindert. Sollten Sie damit leben können, dass diese leicht wieder durchschlagen, könnten Sie auch einfach überstreichen. Es werden ja früher oder später wieder neue Spuren entstehen. Das ist natürlich eine Ermessensfrage.

Frage: Wir haben heute den 1. Teil unseres Lehmstreichputzes in Angriff genommen. Mit 3 kg "Moos" wollten wir eine Betondecke von ca. 11Quadratmeter verschönern.
Incl. Voranstrich ging uns heute aber nach 4.5 Quadratmetern das Material aus. Ich bin darüber etwas verwundert, weil ich den Putz recht dünn mit der Venezianerkelle aufgezogen habe.


Unsere Idee für das weitere Vorgehen wäre folgende:
- natürlich nochmal (und dieses Mal wesentlich mehr) Material nachbestellen und den Rest der Decke in gleicher Weise vervollständigen
- anschließend mit Bürste oder Rolle noch eine dünne Deckschicht aufbringen, so dass eine gleichmäßige Struktur erreicht wird.


Ist diese Verfahrensweise sinnvoll bzw. gibt es bessere Alternativen für die Endbehandlung?

Gibt es einen Trick, wie man anschließend den Übergang zu den Wänden (LSP Gänseblümchen) sauber hinbekommt?

Antwort: Ihre beschriebene Vorgehensweise sollte so funktionieren. Günstig wäre es, die Übergänge zur bereits vorhandenen Beschichtung mit einem Pumpsprüher vorab anzufeuchten (nicht tropfnass, aber so, das sich die Schicht mit dem Fingernagel etwas eindrücken lässt).

Je nach Struktur welche Ihre vorhandenen Fläche gerade aufweist, könnten Sie dann eventuell sogar auf den Verschlichtungsanstrich verzichten. Aber der Überzug mit Bürste ist auf jeden Fall ein gutes Mittel, um ein einheitliches Oberflächenbild zu erzeugen.

Warum das Material nicht für 11m² reichte, kann ich mir auch nicht so erklären. Hatten Sie von selbigem schon viel für den Voranstrich verbraucht? War der Untergrund zu rauh? Andererseits, eine Deckenfläche kann natürlich erheblich mehr "Schwund" hervorrufen, wenn man nicht so geübt daran ist. Dick oder dünn ist bei solchen Aussagen auch immer etwas relativ. Da könnte ich nur etwas dazu sagen, wenn ich es in Augenschein nehmen könnte.

Den Übergang zu den Wänden könnte man mittels einem Flügelglätter absperren, in dem eine zweite Person diesen im betreffenden Bereich in die Übergangsecke drückt. Nun wird bis ans Metall des Glätters gespachtelt und dieser abschließend dann mit seitlicher Bewegung weggezogen. Zwischendurch sollten die Materialreste vom Flügelglätter (wird auch Schmetterling genannt) immer wieder mit nasser Bürste entfernt werden.

Eine vielleicht etwas sicherere Methode stellt das Abkleben der Übergänge vorab dar. Es empfiehlt sich bei rauhen Flächen, nach dem Aufkleben den Klebebandrand an der Anschlussstelle zur späteren weißen Fläche mit etwas "Moos" zu überstreichen. So dichtet man den Klebebandrand noch einmal ab und verhindert das partielle Unterkriechen der Ränder mit der Anschlussfarbe.

Klebebänder sollten unter wenig Spannung aufgeklebt werden, also nicht zu straff ziehen beim Aufbringen. Zügig nach Beendigung der Arbeiten sollten sie auch wieder entfernt werden. Als Produkt welches in fast allen Baumärkten erhältlich sein sollte, könnte ich Tesa-Perfekt oder Tesa-Tapeten empfehlen. Für Rundungen gibt es auch Tesa-Kurven.

Frage: Nachdem wir im letzten Jahr mit Erfolg unsere Küche mit Lehmfarben gestrichen haben (erster Anstrich Vanille, zweiter Lilie), haben wir nun Profis beauftragt, Treppenhaus, Diele und Wohnzimmer mit Ihren Lehmfarben zu streichen. Wenn wir es selbst machen würden, hätten wir zu lange eine Baustelle. Es sind insgesamt ca. 130 qm. Jetzt besteht wieder die Qual der Wahl welche Farben! Im Wohnzimmer würde mir ein Grundton in Terrakotta auch etwas marmoriert gefallen, jedoch nicht so dunkel. Würde man dann Terrakotta im ersten Anstrich und dann Gänseblümchen oder Vanille oder Pfeifenrauch drüber streichen oder die Farben gleich hell anmischen? Mit den kleinen Mustern hat man einfach zu wenig Möglichkeiten um die Kombinationen zu probieren.

Antwort: Letztlich bleibt es eine Sache des Probierens (vielleicht vorab auf Gipskarton oder Sperrholzresten). Die Möglichkeit, wie von Ihnen beschrieben funktioniert auch so. Sie sollte aber möglichst von nur einem etwas erfahrenen Handwerker ausgeführt werden, um eine gleichmäßige Optik zu erzeugen, da sich der Untergrundton beim Überstreichen wieder anlöst und sich mehr oder weniger im Deckanstrich wiederfindet. Auch die Untergrundfarbe sollte gleichmäßig durchgetrocknet sein, bevor man mit dem Überzug beginnt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die unterschiedlichen miteinander changierenden Farbtöne mittels Pinsel oder Kelle nebeneinander auf die Wandfläche aufzutragen und danach bis zum gewünschten Effekt mit dem Pinsel zu verschlichten.

Auch der Auftrag der verschiedenen Farben gemeinsam auf die Glättekelle, um sie dann mit gleicher Kelle sofort auf der Wand ineinander zu verschlichten stellt eine optisch sehr ansprechende Möglichkeit dar.

Bei allen Spachteltechniken mit Lehmfarbe ist darauf zu achten, sehr dünn zu arbeiten, um später keine Schwindrisse auf der Wand zu erzeugen.

Optisch ist es wichtig zu wissen, dass Rot und Orangetöne beim Aufhellen mit Weiß immer in Richtung Rosa bis Lachs gehen. Es gibt z.B. Hellblau, Hellgelb,..... aber kein Hellrot. Terrakotta mit Weißtönen wird dann eher in eine Altrosarichtung tendieren. Wenn das passt, kann man natürlich Terra einfach vorab mit Gänseblümchen oder Pfeifenrauch mischen und in einem Arbeitsgang mit dem Flächenstreicher auftragen. Bei marmorierender Verarbeitung kann man den "Rosaeffekt" geringer halten und trotzdem eine hellere Gesamtwirkung der Fläche erzielen. Nach meinem persönlichen ästhetischem Empfinden sollten beim Marmorieren immer mindestens 3 Farbtöne stattfinden. Mann verschenkt ja auch nicht zwei Rosen (weil‘s einfach blöd aussieht), sondern immer ungerade Mengen (mmm, naja, leider meist gar keine). Genauso wirken Marmorierungen so viel natürlicher und harmonischer.

Um bei Ihren Farbintensionen zu bleiben - Vielleicht verarbeiten Sie in etwa zu 1kg Vanille, 200g Terrakotta und 200g Pfeifenrauch. Auf der Glättekelle sind das in etwa ein Teil Vanille und jeweils ein Fünftel Terrakotta und Pfeifenrauch dazu. Alles so auftragen und dünn in immer gleicher Technik auf der Wand verteilen. Eventuell könnte dann noch mit dem Flächenstreicher (mit oder ohne Wasser) nachverschlichtet werden.

Mag man ein weniger buntintensives Erscheinungsbild haben, kann auch gut mit den Farben der Rocher-Serie kombiniert werden.

Sooo, Ihnen eine gute Farbengrübelrestwoche und viele Grüße

Andreas Tietz

Frage: Ich interessiere mich sehr für Ihre Lehmfarben, doch bevor ich mich ans Werk machen kann, hier noch eine für mich wichtige Frage. Da ich in einer Mietwohnung wohne müsste ich wissen, ob ich beim eventuellen Auszug auf die Lehmfarbe wieder tapezieren kann?

Ich weiß ja nicht, ob mein Vermieter dies gegebenenfalls verlangt.

Antwort: So einfach geht es leider nicht. Lehmfarben können mit weißer Lehmfarbe

einfach überstrichen werden. Vor dem Tapezieren allerdings, sollte die Lehmfarbe abgewaschen oder alternativ mit NOG 2 grundiert werden.

Gleiches gilt für das Überstreichen mit Acrylfarbe.

Frage: Ich möchte Abtönfarbe Sonnengelb für eine Lasur bestellen. Ist 1 kg ausreichend für rund 9 qm? Die Mengenangaben beziehen sich ausschließlich auf Farbe und gerollte Ausführung inkl. Voranstrich. Nun bin ich leicht verunsichert wg. der Menge...

Antwort: Für eine Lasur gibt es so viele Möglichkeiten in Technik und gewünschtem Erscheinungsbild, das wir dazu kaum eine Aussage, was den Mengenbedarf betrifft, machen können.

1kg Farbpulver gelöst in ca. 3L Lasurmedium ergibt schon eine relativ stark abdeckende Lasur, mit der man weit über 9m² vorgestrichenem, gefilztem Untergrund streichen oder wischen kann.

Also, dann traue ich mich mal doch und sage: 1kg wird reichen.

Viele Grüße aus dem gerade matschgrauem statt sonnengelbem Saalfeld

Andreas Tietz

Frage: Kann ich NOG 2 auch zum Grundieren verwenden, wenn ich danach Fliesen auf die Lehmwand kleben möchte? Oder gibt es eine Grundierung dafür?

Antwort: Generell ist ein Lehmuntergrund für Fliesenbelegung nach den allgemeinen technischen Vorgaben ungeeignet. Da die auftretenden Spannungsbewegungen innerhalb der extrem harten unflexiblen Fliesenschicht nicht mit der extrem weichen flexiblen Lehmschicht konform gehen, kann es zu Abrissen in der Verbindung kommen. Die Folge sind dann Hohlstellen.

Soweit so offiziell. Ich selbst habe aber auch schon verschiedentliche Lehm-Flieseverbindungen gesehen die sich einfach weigerten, die bautechnischen Prophezeiungen zu erfüllen und auch nach Jahren Ihren Dienst ohne Holstellen erfüllen. Ich gebe Ihnen somit ein paar Ratschläge, kann dafür aber aus beschriebenen Gründen nicht garantieren, zumal ich Ihren Lehmuntergrund auch nicht wirklich einschätzen kann. Der kann im Gegensatz zu einem Kalkzementputz erheblich größere Eigenschaftsunterschiede (schon durch die Verarbeitungstechniken) aufweisen.

Also, Möglichkeit 1)

  • erst einmal lose Bestandteile entfernen und trocken abbürsten
  • bei eingeschätzter Tragfähigkeit den Untergrund grob aufrauhen
  • den Untergrund mindestens in 3 Schichten mit NOG satt einstreichen, NOG dabei mit 2Teilen Wasser verdünnen, vor jedem Anstrich die vorherige Schicht auftrocknen lassen
  • dann mit einem mineralischem Kalk-Zement Untergrundspachtel (z.B. Maxit 270) die grobe Schicht wieder so abglätten, dass nur die Vertiefungen ausgepresst werden und kein geschlossener Mörtelfilm entsteht
  • nach Durchtrocknung nochmals eine Schicht NOG verdünnt mit 2 Teilen Wasser auftragen
  • jetzt kann wie üblich weiter verfahren werden, bei schwierigen Wandaufbauten im Altbau empfiehlt sich eine zusätzliche Gewebespachtelung mit Fliesenkleber.

Möglichkeit 2)

  • wird frischer Lehmputz aufgetragen, kann gleich in den absteifenden aber noch mit Finger eindrückbaren Untergrund mit feiner Zahnkelle der Untergrundspachtel frisch in frisch eingebügelt werden, die Zahnstruktur dabei stehen lassen und nichts abglätten
  • danach, nach Abtrocknung erst eine Schicht NOG wie beschrieben auftragen und die weitere Vorgehensweise auch wie beschrieben ausführen.

Möglichkeit 3)

  • es werden Entkoppelungsmatten für Fliesen auf schwierigen Böden angeboten
  • damit können Sie auch arbeiten, allerdings würde ich dazu einen versierten Handwerker, der sich mit diesen Systemen gut auskennt, empfehlen.

Bitte beachten!: Sie müssen nicht NOG verwenden, aber ich empfehle eine Grundierung auf Silikatbasis, keine reine Acrylatgrundierung.

Fliesenfugen sind niemals wasserdicht, also rate ich von solchen Versionen im Spritzwasserbereich wie z.B. im Duschbereich dringend ab. Wenn es denn doch sein soll, dann bitte größten Wert auf ein funktionierendes Abdichtsystem hinter der Fliese legen. Ein mineralisches Mörtelbett kann bei Ausführungsfehlern diese zum Teil unbemerkt kompensieren, Lehm aber in diesem Fall nicht!

So, dann wünsch ich noch ein schönes Bauausführungsgegrübel

Andreas Tietz

Frage: Der Neubau wurde mit einem Gipsputz verputzt und besteht aus Porenbetonsteinen (Gasbeton). Nun geht es um die Innenfarbe. Wir wissen nicht ob ein Oberputz oder Lehmstreichputz im Neubau sinnvoll ist wegen den Setzrissen. Alternative wäre eine Lehmfarbe. Hier wissen wir nicht ob ein Tiefengrund den Sinn von Lehm zerstört da er abdichten würde und ob es auf dem Gipsputz überhaupt Sinn macht mit Lehm zu arbeiten?

Wir legen Wert auf ein gesundes Raumklima, da wir einen einjährigen Sohn haben der öfters an Bronchitis leidet.
Dass es einen Grundputz aus Lehm gibt war uns nicht bewusst.

Antwort: Also: Grundierung sollte bei Gipskartonwänden aufgetragen werden, um zu verhindern, dass ungebundenes Material der Spachtelfugen die Farbflächen durchwandert und sich darauf abzeichnet. Reine Gipsputze müssen nicht grundiert werden, insofern diese an der Oberfläche nicht abmehlen.

Generell sind Gipsprodukte leider nur gering diffusionsoffen, so dass bei Verwendung von Tiefgrund das Feuchteausgleichsverhalten auch nicht weiter verschlechtert wird. Auch das Auftragen einer Lehmfarbschicht wird diese Eigenschaft nicht spürbar verbessern. Dazu ist diese einfach in ihrer Schichtdicke nicht ausreichend. Die sonstigen Vorteile von Lehmfarbe wie Allergikerfreundlichkeit (keine Schadstoffausdünstungen), Verringerung des Schimmelrisikos, antistatische Oberfläche, lange Lebensdauer (gilbt nicht, bleicht nicht, UV resistent) bleiben aber erhalten.

Zur Erhöhung des Feuchteausgleichsverhaltens könnten Sie alternativ mit 2 Schichten Lehmstreichputz arbeiten. Lehmbeschichtungen besitzen eine hohe Elastizität und halten entstehenden Schrumpf und Setzrissen im Vergleich relativ lange stand.

Jedoch sind großformatige, geklebte Porenbetonsteine (Gasbeton) auch die am stärksten von Kriech- und Schrumpfrissen betroffenen Steine. Wurde in den Gipsputz ein Gewebe eingebettet? Dann müsste es trotzdem ohne Rissbildung funktionieren. Wenn nicht, könnte man noch mit Flies übertapezieren und dieses mit Lehmfarbe streichen.

Frage: Welche Alternativuntergründe außer meiner frisch verputzten Lehmwände bieten sich denn an um die Farben zu testen ? Ich wollte die neuen Wände jetzt nicht zum testen nutzen.

Antwort: Insofern auf Ihrer Baustelle noch Rester von Gipskarton, Sperrholz, Holzweichfaserplatten , Lehmsteinen oder ähnlichem auffindbar sind, können Sie dies alles dafür nutzen. Das hat auch den Vorteil das Sie damit den Standort wechseln können und somit die verschiedensten Lichtsituationen austesten können. Ansonsten geht auch Pappe oder Papier. Das wellt sich dann eventuell zwar etwas dabei, aber tut der Sache keinen Abbruch. Legen Sie viel Wert auf die Wirkung im Zusammenhang mit der Untergrundstruktur, dann sollten Sie vielleicht doch Ihre fertigen Wände nutzen. Die Lehmfarben sind ja gut überstreichbar.

Frage: Ich habe in ihrem Frage und Antwort Bereich gelesen dass sie eine Spachtelmasse zum Füllen von Untergründen haben. Was ist das und wie teuer ist dieser. Ich möchte Rauputz mit Lehm überputzen.

Antwort: Wir haben eine Spachtelmasse mit Basaltfaserarmierung in der Entwicklung, also zu diesem Zeitpunkt noch nicht verkäuflich. Diese ist dann für schwierige und wechselnde Untergründe im Renovierbereich gedacht. Die Oberfläche kann dann in Spachtelstruktur, glatt gespachtelt oder gespachtelt und geschliffen ausgeführt werden. Rauhputz könnten Sie aber auch mit "Lehmstreichputz - Kalk" mittels Kelle überspachteln. Es sollte dann eine Lage strukturfüllend mit auf der Oberfläche kratzender Kelle aufgespachtelt werden. Mit einer 2. Lage sollte dann nach Durchtrocknung alles noch einmal dünn überzogen werden. Zwecks Verbrauch kann ich Ihnen allerdings nicht viel sagen, da dieser sehr stark von der Rauhputzstruktur abhänig wäre. Eventuell testen Sie erst einmal per Kleinmenge, oder unserem Probierset zu den verschiedenen Oberflächenstrukturen.